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Geschrieben von Regine Wiemer. Veröffentlicht am 11 Januar 2016.
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In der Modewelt erlebte Cord seinen Höhepunkt in den 1970er Jahren, der Stoff selbst aber ist schon länger bekannt und beliebt. Er ist durch die Webweise äußerst strapazierfähig und dennoch sehr komfortabel, weswegen er beispielsweise bei den traditionellen Zunftkleidungen häufig zu finden ist. Die Modewelt schätzt mehr die samtartige Optik, die den Cordstoff insbesondere in den feineren Qualitäten sehr edel aussehen lässt. In letzter Zeit ist der vielseitige Stoff daher wieder häufiger in den Auslagen und Modeevents zu finden. Ein Blick auf die Eigenschaften und die besonderen Qualitäten von Cord erklärt, was ihn so beliebt macht.

Kleine Stoffkunde: die verschiedenen Cordvarianten

Cord wurde ursprünglich in der englischen Stadt Manchester produziert, weswegen der Stoff gelegentlich auch einfach "Manchester" genannt wird. Andere Namen sind Schnürlsamt oder Schnürdelsamt, was sich auf sein unverwechselbares Aussehen bezieht. Traditionell wird Cord aus reiner Baumwolle gewebt, jedoch sind bei modernen Textilien auch Anteile von Kunstfasern und insbesondere von elastischen Fasern möglich, die den bequemen Stretchcord ermöglichen. Die verschiedenen Cordqualitäten unterscheiden sich durch die Anzahl der Rippen pro 10 cm Stoff sowie ihre speziellen Eigenschaften. Kabelcord hat 8 Rippen, Trenkercord zwischen 10 und 26, Genuacord 27 bis 40. Unter Manchestercord versteht man einen Stoff mit 21 bi 43 Rippen und harter Ausrüstung, der sehr strapazierfähig ist. Fein- oder Europacord weist einen niedrigen Flor mit 44 bis 50 Rippen auf, beim hochfeinen Babycord sind es über 50 Rippen. Eine Besonderheit ist der Fancycord, der mit Wechselrippen oder schachbrettartig versetzten Rippen für eine außergewöhnliche Optik sorgt.

 

 



Wie wird Cord gewebt?

Das besondere Aussehen des Cordstoffs mit seinen Längsrippen entsteht durch eine Webtechnik, die neben dem üblichen Fadensystem aus verkreuzten Schuss- und Kettfäden noch einen dritten Faden - den Pol- oder Florfaden - verwendet, der in die Grundbindung eingewebt wird. Nach dem Weben muss der so entstehende Florschuss in einem eigenen Arbeitsgang aufgeschnitten werden, damit die samtige Oberfläche entsteht. Der Pol- oder Florfaden kann entweder mit einer V-Bindung, einer W-Bindung oder einer Kombination aus beiden gewebt werden. Bei der V-Bindung ist der Florfaden lediglich an einen Schussfaden angebunden, und es entsteht ein dichter aber nicht sehr strapazierfähiger Cord. Bei der Variante mit W-Noppen entsteht durch die Bindung mit 3 Fäden ein deutlich stabileres Gewebe. Die V-W-Bindung kombiniert diese Eigenschaften miteinander.
Cordstoffe werden in der Regel einfarbig oder mit bunten Mustern bedruckt angeboten.

 

 



Cordstoffe: viele Qualitäten, viele Einsatzmöglichkeiten

Cord ist sehr vielseitig einsetzbar. Am bekanntesten sind Cordhosen in verschiedenen Qualitäten. Die strapazierfähigeren Cordvarianten haben sich bei Arbeits- und Freizeithosen bewährt; auch Reithosen werden daraus gefertigt. Für modische Damenhosen kommen Samtcord, Stretchcord oder Fancycord zum Einsatz. Daneben finden sich vor allem Cordröcke, -kleider, -westen und -blazer. Meistens werden Kleidungsstücke aus Cord für einen legeren Bekleidungsstil verwendet, obwohl sich elegant geschnittene Kleidung aus nachtblauem oder schwarzem Cordsamt auch für formale Anlässe wie Kommunion, Konfirmation oder Abschlussfeiern eignet. Cord sieht sehr gut in einem Materialmix mit glattgewebten Stoffen aus. Bei den Accessoires sind vor allem Taschen, Beutel und Geldbörsen zu nennen. Sie werden oft als reine Cordtaschen und -börsen gefertigt oder als Leder- oder Kunststoffprodukte mit Cordapplikationen. Beliebt sind vor allem in den kälteren Monaten Hüte und Mützen aus weichem Cord, die einen modischen Auftritt pfiffig abrunden. Weich fallender Cord wird auch für Heimtextilien wie Kissenbezüge und Vorhänge verwendet, während unempfindliche Qualitäten zu Bezugsstoffen für Sitzmöbel verarbeitet werden.

 

 

 

 

 

Verarbeitung von Cord Stoffen

 

Beim Verarbeiten von Cordstoffen sollte man unbedingt darauf achten, dass Cord "einen Lauf" oder "Strich" hat.

Je nachdem von welcher Seite man auf den Stoff schaut wirkt er etwas heller oder dunkler.

Deshalb beim Zuschneiden einer Hose, die Hosenbeine so auf den Stoff legen, dass die Bundseite immer auf der gleichen Seite liegen und nicht gegengleich ineinander geschoben sind.

Fazit

Der beliebte Stoff ist inzwischen wieder topaktuell. Mit edlen oder extravaganten Mustern bedruckt ist er für vielfältige Designideen bestens geeignet. Zusätzlich sorgt der hohe Baumwollanteil für sehr gute Trage- und Pflegequalitäten. Wer gerne näht, bastelt oder kreativ tätig ist, ist ebenfalls mit Cord bestens beraten. Mit etwas Geschick und viel Fantasie lassen sich auch wunderschöne, individuelle Blusen, Westen oder Taschen anfertigen. Schaut auch mal in unseren
Onlineshop – hier findet ihr neben Cord natürlich auch noch zahlreiche weitere Konfektionsstoffe!

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Regine Wiemer

Autor: Regine Wiemer

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