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Geschrieben von Regine Wiemer. Veröffentlicht am 05 Oktober 2015.
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Walkloden sind etwas ganz Besonderes! Nicht alle kennen diesen Stoff - aber die, die ihn kennen, sind davon absolut begeistert! Was also fasziniert an dem Stoff so? Es gibt ihn schon sehr, sehr lange. Der Name stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet in etwa "Grobes aus Wolle". Ursprünglich fand der Walkloden seine Verwendung im Bereich der Landwirtschaft und um Decken und Mäntel herzustellen. Durch die Wetterbeständigkeit war Walkloden vor allem in den Alpenregionen und dem Lappland beliebt. Noch heute findet sich das Material in der bayrischen Trachtenmode.

 

 



Wie entsteht Walkloden?

Was fasziniert so an dem Stoff aus grauer Vorzeit? Zum einen ist es ein Naturprodukt, das nur aus natürlicher Schafswolle hergestellt wird. Daher ist der Stoff sehr robust und immun gegen viele äußeren Einfluss. Durch die verschiedenen Verwebschichten ist außerdem eine hohe Strapazierfähigkeit gegeben. Natürlich ist dieser „Superstoff“ auch noch vollständig knitterarm. Was wünscht man sich mehr?
Walkloden sind natürlich, haben eine hohe Qualität und weisen durch die feste Wolle einen tollen Wohlfühlfaktor auf. Die Frage die sich nun stellt: Wie produziert man den Walkloden, der scheinbar alles kann?

 

 

 

 

Wie bereits erwähnt besteht das Material aus reiner Schafswolle. Schafswolle ist ein reines Naturprodukt und was kleine Schäfchen vor der Kälte schützt, kann für uns Menschen auch nicht schlecht sein. Aus der Wolle wird nun ein dünner Faden gesponnen. Dieser wird gewebt und anschließend mit speziellen Maschinen gewalkt. Diese Filzmaschinen, die auch „Pilgerschritt-Walzen“ heißen, können jede Art der Stoffe walken. Sie arbeiten mit Druck, Bewegung und Stauchen des Stoffes. So wird der Stoff immer wieder vor- und zurückbewegt. Die Rolle in der Maschine dreht nicht rund, sondern produziert eine Schwingbewegung, die den Stoff verdichtet. Durch diese Verdichtung des Rohstoffes wird Luft in dem entstehenden Material eingeschlossen und fast wie von Geisterhand schrumpft der Stoff um bis 40 Prozent.

Durch die raue Oberfläche der Wolle öffnen sich die Schuppen und die Fasern verhaken sich ineinander. So tritt der beliebte Filzeffekt ein. Nun ist das Material noch rau und nicht sonderlich gut zum Tragen geeignet. Wenn der Walkloden nun geschleudert, getrocknet und auch gefärbt wurde, wird das Material aufgeraut und durch eine weitere Schur von überstehenden Fasern befreit. Nun ist der Walkloden fast fertig.

 

 



Zusätzlicher Schutz des Stoffes

Jetzt wird er nur noch mit Wollwachs imprägniert, was ihn widerstandsfähiger gegenüber Wind und Wetter macht. Auch Staub und Schmutz perlt wie von magischer Hand sehr gut ab. Trotz der massiven Bearbeitung bleibt die Wolle in ihrer neuen Form weich und abriebfest und ermöglicht eine lange Haltbarkeit. Genau wie sein Ursprungsrohstoff kann der Walkloden eine Menge Feuchtigkeit speichern, doch trotz allem fühlt er sich nicht wirklich nass an. Allerdings gibt es einige Hinweise zur Reinigung: Walkloden sollte nur kalt gewaschen werden, nicht geschleudert und nur im Liegen trocknen. Aber in den meisten Fällen reicht es einfach ihn zu bürsten und zu lüften.

 



Es gibt sogar verschiedene Lodenarten!

Natürlich gibt es bei der riesigen Vielfalt nicht nur den einen Walkloden. Das wäre ja auch wirklich zu langweilig. Nein, es gibt noch viele verschiedene andere Lodenarten. So gibt es beispielsweise noch den Trachtenloden. Dieser ist ein Loden,
der häufig in Kreuzköperbindung gewebt ist, welche die Verfilzung der Oberfläche begünstigt. Dann gibt es noch den Strickloden. Dieser wird anders als der normale Walkloden gestrickt statt gewebt. Strickloden ist wesentlich preiswerter als Webloden und passt sich durch seine flexible Maschenstruktur besser den Körperstrukturen an. Zu den Lodenarten zählen weiterhin noch der Waschloden und der Strichloden. Der Walkloden ist eine moderne Lodenvariante mit gewalkter Oberfläche, die jedoch nicht gelegt wird, so dass eine unruhige Optik entsteht. Beim Strichloden handelt es sich um einen ungewalkter Loden. Erkennbar ist dies durch den langen, in Strich gelegten Rauflor, der das Abperlen von Regenwasser begünstigen soll.

 

 

Verarbeitung von Loden

 

Für uns Nähbegeisterte hat Walkloden eine unschätzbare Eigenschaft, er ribbelt nicht und muss deswegen nicht versäubert werden, dh die Schnittkante bildet auch die Abschlusskante, bequemer geht es nicht :-)  Und erschien früher der gute, alte Walkloden oft im Jägergrün taucht er heute in ganzen neuen Formen auf: farbenfroh, mit Punkten, Pusteln und Blumen.

Dementsprechend einfallsreich kann er natürlich auch verarbeitet werden, ob als Tasche, Stirnband, Stulpen oder als Kleidungsstück.

 

 



Warum nicht mehr Loden tragen?

Es gibt also nicht nur unterschiedlichsten Lodenarten, sondern auch noch viele verschiedene tolle Eigenschaften, die jeder Lodenstoff besitzt. Eigentlich sollten bei den umwerfenden Eigenschaften doch auch viel mehr Kleidungsstücke aus diesem Material sein. Denn welcher Stoff ist schon wasserabweisend, windundurchlässig und liegt wunderbar weich an der Haut? In diesem Sinne solltet ihr ruhig mal einen Blick in unseren
Onlineshop werfen, dort findet ihr viele schöne Walkloden. Viel Spaß beim Nähen!

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Regine Wiemer

Autor: Regine Wiemer

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