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Geschrieben von Regine Wiemer. Veröffentlicht am 10 November 2016.
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"Wow, wo hast du denn den Rock her?" "Habe ich selber genäht!" - Genial! Selfmade ist gut für die Umwelt, oder? Ja, und es ist gut für die Seele. Doch für den eigenen ökologischen Fußabdruck kommt es auf die Produkte an, die ihr verwendet. Warum? Wusstet ihr, dass alleine im Jahre 2011 rund 80% der in Afrika insgesamt verwendeten Pestizide nur für die Baumwollzucht genutzt wurde? Von dem benötigten Wasser und der großen Anbaufläche ganz zu schweigen. Sogar 0,8% des im Jahre 2010 geförderten Erdöls floss in die Produktion von Textilien.

Aber es geht noch um viel mehr als nur Umweltschutz: Selber nähen und selber machen ist auch Lebensgefühl. Ja, eine persönliche Einstellung. Vielleicht sogar eine positive Gegenüberstellung zu der aktuellen Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Upcycling ist wohl die höchste Kunst um Gegenständen und Materialien Respekt zu zollen. Dabei sehen die Ergebnisse schick und trendy aus und die Materialien sind günstig bis umsonst.

 

So wird aus der alten Kinderhose ein ausgefallener Kulturbeutel

 

DIY - das Pendant zu vegetarisch?

Wie definieren wir uns? Es gibt nicht mehr nur die Zunft, den Berufsstand, das Anwesen oder die Wohngegend. Auch Religion und Politik begrenzen unsere Zugehörigkeit nicht allein. Vor allem stellen diese Faktoren kein Alleinstellungsmerkmal mehr da. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass immer öfter Food-Trends genutzt werden, um sich selber zu definieren und wieder zugehörig zu fühlen - dazu das Gefühl der Ohnmacht loszuwerden und selber aktiv eine Kleinigkeit bewirken zu können. Genau diese Option bieten auch das selber nähen. Hier könnt ihr selber entscheiden, aus welchen Produkten ihr euch eure Kleidung nähen wollt und mit dem eignen Design drückt ihr euch zugleich auf kreative Weise aus.

Was macht die eigene Kleidung nachhaltig?

Nachhaltigkeit besteht aus drei übergeordneten Faktoren: Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Doch was steckt dahinter? Die ökologische Nachhaltigkeit fragt danach, auf wie viel Fläche die Rohstoffe wie schnell wachsen und wie viel Lebensraum für Tiere dadurch eingebüßt wird. Hier geht es auch um die Produktionsgüter wie Wasser, Erdöl und Co. Gleichzeitig steht in diesem Zusammenhang die Frage nach dem Einsatz von Chemie und dem Schaden, den sie anrichten kann.

Bei der ökonomischen Nachhaltigkeit geht es neben dem Gewinn des Produzenten auch darum, wie viel die Bauern daran verdienen und wie schnell wie viel Geld generiert werden kann. Absatzwege zählen hier ebenfalls dazu. Diese stehen wieder in wechselseitiger Abhängigkeit zu den ökologischen Faktoren. Die soziale Nachhaltigkeit umfasst die Frage nach Faire Trade, Ausbeutung und auch ein Stück weit nach dem eingebüßten Lebensraum für den Menschen.

 

Oder aus der früheren Lieblingsjeans eine Schutzhülle für den E Book Reader

Wie könnt ihr nachhaltige Stoffe erkennen?

Die Abkürzung GOTS weist auf den Global Organic Textile Standard hin. Ebenfalls aufschlussreich für euch sind die Kürzel kBA und kBT. Sie stehen jeweils für den ökologischen Anbau von Tieren und Pflanzen. Sozialstandards werden oft mit Wörtern wie Faire Trade gekennzeichnet. Diese findet man ebenfalls immer häufiger in der Textilindustrie.

Welche Stoffe zählen dazu?

Von Baumwolle über Satin und Denim bis hin zu Jersey und Plüsch reicht die Palette - und es ist Zeit, zu handeln. Alleine zwischen 1980 und 2010 ist die Produktion von Chemiefasern fast um das Dreifache gestiegen und parallel leider auch die Preise für Naturfasern. Besonders interessante Rohstoffe sind Wild- oder Peaceseide. Oft wird diese auch vegetarische Seide genannt und bezeichnet nicht abgekochte Seide aus lebenden Tieren, sondern aufgesammelte Kokons, nachdem die Entpuppung stattgefunden hat. Die Knötchen machen diesen Stoff sogar besonders individuell. Seacell hingegen wird aus Algen gewonnen und kann auf die Haut sogar entzündungshemmend wirken und vor freien Radikalen schützen. Schnell wachsender Bambus gehört wie Hanf, Leinen und Kokosfaser ebenfalls zu den nachhaltigsten Kandidaten.

Ihr seid gefragt - selber nähen und der Umwelt etwas Gutes tun!

Ob ihr upcycelt oder umweltverträglicher Stoffe wählt - ihr seid Vorreiter für eine bessere Welt, für Mensch und Natur. Ich persönlich finde es ebenfalls gut Stoffe, Knöpfe, Reißverschlüsse und Co zu recyceln und sie mit neuen Stoffen zu kombinieren. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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Regine Wiemer

Autor: Regine Wiemer

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Kommentare   

# Bianca Hamburg 2016-11-23 12:15
Toller Artikel, vielen Dank für die Infos :-)
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